Dienstag, 22. September 2015

21. September - Altes Arschloch Natur

Zukunft:
Opa Wachtelborn und Opa Joe sitzen am warmen Kamin. Um sie herum eine Kinderschar. "Opas! Erzählt doch noch mal die Geschichte wie ihr auf den hohen Berg in Kreta gewandert seid.." - Na gut. Und das war so:

Um 7:30 Uhr beginnen wir unseren Aufstieg auf Kretas höchsten Gipfel (Timios Stavros).
Läppische 2456 Meter hoch.
Ein müdes Lächeln umspielt meine Lippen. Nepal-Joe feilt sich gelangweilt die Fingernägel.
Am Himmel eine einsame Wolke. Es ist angenehm kühl.
Wir laufen los.

Einen Weg gibt es nicht, doch jemand hat rote Punkte und Pfeile auf Steine und Felswände gemalt.
Gemächlich aber ohne Pause bewältigen wir den, mal mehr mal weniger steilen, Gipfel in 3,5 Stunden.

Unterwegs treffen wir immer wieder auf Schafe und Ziegen.
Mit ihren ehrfurchtgebietenden Lauten (Mäh! Blöök! Bäääääh!) warnen sie uns davor ihnen zu Nahe zu kommen.

Auf dem Gipfel ist es unerwartet stürmisch. In erstaunlicher Geschwindigkeit treibt der Wind die Wolken vom Norden über den Berg in die Nida-Hochebene. Ein beeindruckendes Bild und wir stehen nur wenige Meter entfernt, teilweise darüber, manchmal mittendrin.

Moment mal.....Wolken?

Ein leichtes Grummeln liegt in der Luft.
"Hast Du gerade gegrummelt, Nepal-Joe?"
 "Nein. Hast Du gerade mit Blitz fotografiert, Sky Wachtelborn?"
 "Ähm...Nööö.."

Wir beschließen zurückzuwandern.
Nur 50 Meter vom Gipfel entfernt: Hagel.
Noch lachen wir. - "Hört sicher gleich auf".
Tut es nicht!
Nach einer halben Stunde hat das Gewitter uns vollends umschlossen.
Der Abstand zwischen Blitz und Donner schrumpft auf Millisekunden.
Es gießt wie aus Kübeln.
Kein schützender Unterstand, kein Baum, keine Höhle... nur wir, klatschnass im Gewitter auf dem Berg und noch 7 km vor uns.
Es regnet und stürmt bis zum Schluss.
Die Steine sind glitschig, die Erde schlammig. Wir stürzen jeder mehrmals und landen mit den Händen im dornigen Gestrüpp.
Immer wieder Sturmböen und Hagel.
Ich friere in den durchweichten Klamotten. Meine Zähne klappern.
Wie Maschinen bewegen wir uns voran. Immer weiter. Nur runter.

Es ist absolut beschissen.
Natur, du altes Arschloch!

Nach etwa 3 Stunden erreichen wir die Nida-Hocheben und die rettende Taverne.

Sieht nett aus: Der Himmel um 7:30 Uhr
Ankunft am Gipfel
Herrlich flauschig weiß, diese Wolken

Feierlicher Eintrag ins Gästebuch des Gipfels - Anschließend Fotos für die Presse - Danach Mittagessen



Moment mal.....Wolken?

Du altes Arschloch Natur.
not amused: Sky Wachtelborn

Kommentare:

  1. Ich erkenne da langsam einen empirischen Zusammenhang zwischen Personen auf Berg und Schlechtigkeit von Wetterereignissen..

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  2. Zwei von zwei Vorfällen sind noch kein Beweis sondern nur eine zufällige Häufung.

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